So ein Backdrop ist doch auch Kunst

Heute mal ein ganz kurzer Abriss zur Kunst hinter der Kunst. Denn irgendwie ist die Erstellung von Sets und Backdrops ja nun schon wieder eine Kunst für sich hinter der eigentlichen Fotokunst.


Hier der hier vorgestellte Backdrop im praktischen Einsatz drei Tage nach Fertigstellung.

Location: Alte Zuckerfabrik.


Wenn man da immer auf Fertigware setzt, wird das Hobby schon sehr schnell recht teuer. Besonders wenn man mal am großen Rad drehen möchte und sich nicht mit einem 2 m x 2,5 m Backdrop zufriedengibt.

Nun ist es bei im Craft Werk 4 so, dass ich zahlreiche weiße und schwarze Bühnen- Molton und Baumwoll- Nessel bis zu 10 m x 4 m einsetze. Diese kann man als Reste sehr günstig über E-Bay finden.

In meiner Scheune habe ich seit 2 Jahren einen selber gestalteten Backdrop auf Basis eines Baumwoll-Nessel- Stoffes in der Größe 4 m x 6 m auf einer Rolle im Einsatz.



Hier der Backdrop den ich im Erdgeschoss im Einsatz habe. Dieser ist etwas unruhiger, da hier noch mit hellem Putzmaterial zusätzlich zum Zement gearbeitet wurde.


Hier ein Baumwoll Nessel in Craft Werk 4 Studio Dachboden. (4m x 10m)


Mit meiner Studioerweiterung um den Dachboden wollte ich einen ähnlichen, aber eben auch wieder abweichenden Backdrop für diese Location haben, ohne jeweils meinen anderen Backdrop abnehmen zu müssen.

Hier der noch ungekürzte Nessel-Stoff. Farbe war egal, da er ja gestrichen wird. In diesem Falle war er halt braun.


Die Wahl fiel auf einen Restballen Baumwollnessel bei E-Bay für ca. 40€ 10 m x 3 m. Nach Lieferung habe ich diesen dann auf 6 m gekürzt. Ziel war es auch diesen einmal mit an eine andere Location zu nehmen für mein Fotoprojekt.

Da die Oberfläche Betonoptik werden sollte, bin ich wie bei meinem ersten Backdrop vorgegangen: Ich habe ganz einfach Zement aus dem Baumarkt verwendet.

Vorteil: Er wirkt eben echt. Nachteil: Gegenüber Farbe hat er leider die Eigenschaft stark zu stauben und das schränkt die Handhabung doch ein. Er ist eben nicht wohnzimmertauglich und nur eingeschränkt transportierbar. Jedoch ist das für den einmaligen Einsatz in einer Industrieruine eher kein Ausschlusskriterium und für meinen Studio-Dachboden ist das auch ok.



Schon mal gestartet: Speißkübel und Quast, mehr braucht es nicht.


Hierzu muss ich sagen, dass Zement eine gewisse eingeschränkte Haltbarkeit bezüglich Binde- und Haftfähigkeit hat. Da ich bei meinem ersten Backdrop frischen Zement verwendet habe, staubt der Backdrop kaum und die Oberfläche ist auch beim Aufrollen sehr stabil. Da ich denselben Sack Zement nun nach zwei Jahren erneut genutzt habe, ist die Bindung und Haftfähigkeit viel schlechter und der neue Backdrop staubt wie Sau. Hinweis: Wenn ihr mit Zement arbeitet, achtet darauf, frische Ware zu verarbeiten.

Nach Vollendung, aber noch nicht getrocknet.


Die Verarbeitung ist dann aber recht einfach: Zurechtschneiden, ausbreiten und darauf achten, dass man am Rand etwas unterlegen kann, um den Boden nicht zu sehr zu versauen. Ebenso ist ein unempfindlicher Garagen- oder Hallenboden optimal, da der Untergrund durchfeuchtet. Achtet darauf, das auf unempfindlichen Untergründen zu machen. Andernfalls Folie unterlegen, was wiederum die spätere Trocknungszeit verlängert.

Am nächsten Tag nach Durchtrocknung.


Dann den Zement mit Wasser in einem Speißkübel anrühren. Da er mit einem Quast aufgetragen werden soll und der Stoff auch ordentlich zieht, ruhig eine relativ flüssige Konsistenz erzeugen. Cremig ist schon zu fest.

Im Anschluss mit Quast deckend auftragen und die Struktur nach Wunsch gestalten. Evtl. dabei eine Maske tragen, denn irgendwie sind die Ausdünstungen recht unangenehm.

Im Anschluss gut durchtrocknen lassen und fertig ist das gute Stück.

Aufhängen für den ersten Einsatz in der Zuckerfabrik. Hier sieht man schon, dass viel Staub abfällt.




Hier in ganzer Pracht. Sieht doch ganz cool aus. Die richtigen Bilder dazu wird es dann in meinem Projekt mit Ines geben, einer Monografie an der wir schon zwei Jahre arbeiten.


Solltet Ihr ähnliches beabsichtigen, wünsche ich Euch viel Erfolg und Spaß bei der Sache. Dieser Backdrop hat ohne Arbeitszeit einen Materialeinsatz von knapp 50 € gehabt. Ich denke, dafür kann man den Versuch wagen.



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